Ist das Fesselband als alternatives Kennzeichnungsmittel statt einer Ohrmarke bei Ziegen geeignet?                                                                     3. Juli 2019

Laut Viehverkehrsverordnung vom 22.12.2011 ist das Fesselband in Kombination mit entweder einer Ohrmarke mit Chip oder dem Bolus-Transponder als Kennzeichen möglich.
Sind die Tiere nicht für den innergemeinschaftlichen Handel bestimmt, ist auch die Kombination des Fesselbandes mit Chip und Ohrmarke möglich.
Für die Umsetzung der Viehverkehrsverordnung sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Dies bedeutet, dass in jedem Bundesland andere Kennzeichnungsvarianten zugelassen sein können.

In Baden-Württemberg war seither nur die Kennzeichnung mit Ohrmarken zulässig.
Das Fesselband und der Bolus-Transponder sind seit August 2014 in Ba-Wü zugelassen.
Seit Dezember 2014 sind die neu zugelassenen Kennzeichnungsmittel beim LKV erhältlich.

In meinem Betrieb sind seit Januar 2013 versuchsweise 5 “Raytrace”-Fesselbänder der Firma Araymond im Einsatz.

Im Jahr 2014 gab die Firma Araymond die Produktion der Fesselbänder auf. Diese werden seither von der Firma Datamars in CH-6930 Bedano-Lugano angeboten

 
Die Erfahrungen mit diesen Bändern sind durchweg sehr gut.
Die Ziegen sind in ihrem Wohlbefinden augenscheinlich nicht beeinträchtigt. Es wurden keine Versuche, das Band durch Beißen oder Nagen loszuwerden, beobachtet. Das Fell unter dem Fesselband ist nicht beeinträchtigt.

Aufgrund des bodennahen Anbringungsortes ist die Ablesbarkeit leicht beeinträchtigt.
Das Fesselband kann stufenweise größer gestellt werden und wird somit an das Wachstum des Tieres angepasst. Von daher ist ein gewisser Kontrollaufwand auf beschwerdefreien Sitz des Bandes erforderlich.
Das Fesselband soll Ziegen frühestens ab 6 Monaten, besser aber erst ab einem Alter von
9 Monaten angelegt werden. Bei jüngeren Tieren ist der Umfang am Bein zu gering und die Wachstumsgeschwindigkeit zu hoch.
Somit ist das Fesselband am besten für die eigene Nachzucht geeignet, die spätestens im neunten Lebensmonat gekennzeichnet werden muss (Baden-Württemberg). In anderen Bundesländern gibt es teilweise andere Fristen (Kennzeichnung spätestens nach 6 Monaten).

Auf den Bildern ist zu sehen:

Ziege mit Fesselband (roter Pfeil)

Fesselbänder in Detailansicht am Bein

Fesselband und Bolus unbenutzt

Fesselband geschlossen

Ziege mit Fesselband im Reisighaufen

Detailansicht Fesselband

Weideansicht

                        

Wir füttern unseren Ziegen auf der Weide relativ viel frisches Laub und Tannenreisig.
Die Rinde am Reisig wird ebenfalls sehr gerne gefressen. Das Gras auf der Weide ist dann zweitrangig.

Auch wenn die Ziegen im Gestrüpp herumklettern, haben wir noch keine Probleme mit den Fesselbändern feststellen können.

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