- Hinweise zur Viehverkehrs-Verordnung: Kennzeichnung von Schafen und Ziegen

- Verträglichkeit von Ohrmarken bei Schafen und Ziegen

Haftungsausschluss:
Die folgenden Hinweise zur Kennzeichnung von Schafen und Ziegen mit Ohrmarken oder anderen evtl. zugelassenen Kennzeichnungsmitteln stellen nur eine Orientierungshilfe dar und sind somit nicht als rechtsverbindliche Auskunft zu sehen. Die rechtsverbindlichen Vorschriften sind immer aus der jeweils gültigen Verordnung zu entnehmen. Bei der Durchführung der Verordnung kann jedes Bundesland andere Vorschriften erlassen. Zusätzlich wird für eventuelle Fehler, falsche Interpretationen oder Unvollständigkeit der zugrundeliegenden Verordnung im nachfolgenden Text jede Haftung ausgeschlossen.

Die Kennzeichnung von Schafen und Ziegen
Aufgrund der Verordnung (EG) Nr. 21/2004 des Rates vom 17. Dezember 2003 (Einführung eines Systems zur Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen...) wurde in Deutschland die Verordnung zum Schutz gegen die Verschleppung von Tierseuchen im Viehverkehr (Viehverkehrsverordnung - ViehVerkV) neu gefasst. Diese ist seit Anfang Juli 2007 in Kraft. Download unter www.gesetze-im-internet.de oder www.juris.de

Schafe oder Ziegen, die vor dem 10 Juli 2005 geboren sind, werden mit einer (1) Bestandsmarke gekennzeichnet.

Tiere, die nach dem 9. Juli 2005 und vor dem 1. Januar 2010 geboren sind, werden mit zwei Kennzeichen versehen. Das erste Kennzeichen muss eine Ohrmarke mit fortlaufender Nummerierung sein. Das zweite Kennzeichen kann eine Ohrmarke, eine Tätowierung, ein Fesselband oder ein elektronischer Transponder (Ohrmarken-Transponder oder Bolus-Transponder) sein.

Tiere, die nach dem 31. Dezember 2009 geboren sind, benötigen ebenfalls zwei Kennzeichen. Das erste Kennzeichen kann ein Ohrmarken-Transponder, ein Bolus-Transponder oder eine einfache Ohrmarke sein.
Das zweite Kennzeichen muss im Falle der Verwendung eines Transponders als erstem Kennzeichen, eine Ohrmarke, ein Fesselband oder unter bestimmten Voraussetzungen eine Tätowierung sein. Im Falle der Verwendung einer Ohrmarke als erstem Kennzeichen muss das zweite Kennzeichen ein Transponder sein (Ohrmarken-Transponder oder Bolus-Transponder).

Für Schlachtlämmer unter 12 Monaten ist weiter die Verwendung einer (1) Bestandsmarke gestattet (innerhalb D).
Die Lämmer sind spätestens neun Monate nach der Geburt, jedoch vor dem Verbringen aus dem Ursprungsbetrieb zu kennzeichnen.

Die Zulassung oder Nichtzulassung der oben beschriebenen Kennzeichen erfolgt durch die jeweiligen Bundesländer individuell.
Seit Dezember 2014 sind neben den seither gängigen Ohrmarken in Baden-Württemberg auch ein Fesselband und Bolustransponder in zwei Größen beim LKV bestellbar und zur Verwendung zugelassen. Dadurch ist erstmals eine “ohrmarkenfreie” Kennzeichnung möglich.
In Schleswig-Holstein gibt es nur eine eingeschränkte Auswahl an Ohrmarkentypen und Schlachtlämmer unter 12 Monaten benötigen 2 gelbe Marken ohne Ohrmarken-Transponder. Dafür ist der Bolus-Transponder zugelassen.
In Brandenburg sind 2 Typen gelbe, 2 Typen weiße Ohrmarken und 2 Typen Magenboli mit je 2 Typen Ohrmarken als zweitem Kennzeichnungsmittel zugelassen.

Soweit die wesentlichen behördlichen Vorgaben zur Kennzeichnung an sich. Desweiteren ist zu beachten, dass ein Bestandsverzeichnis geführt wird, die Jahres- und die Zugangsmeldungen in der HIT-Datenbank abgegeben werden, sowie im Falle der Verbringung, die Begleitpapiere ordnungsgemäß ausgestellt sind.
Weitere Hinweise und Download von Formularen z.B. auf der Homepage des
Landesverband Baden-Württemberg für Leistungsprüfungen in der Tierzucht e.V.
- Ende der Hinweise zur Kennzeichung von Schafen und Ziegen.


Verträglichkeit von Ohrmarken
In der Praxis ergeben sich jedoch bei nicht wenigen Ziegen, insbesondere wohl bei Milchziegen mit länglich-spitzen, aufstellbaren Ohren (im Gegensatz zu den Hängeohren bei z.B. Burenziegen und Anglo-Nubier) erhebliche Probleme mit der Verträglichkeit der Ohrmarken.

Dies scheint der EU-Kommission bereits bekannt zu sein, da in der Verordnung (EG) Nr. 21/2004 in Anhang A Absatz 3 ausgeführt wird, dass die Ohrmarke so konzipiert sein muss, dass sie am Tier befestigt bleibt, ohne dass es darunter leidet.

Nirgendwo findet sich jedoch ein Hinweis, was zu tun ist, wenn ein Schaf oder Ziege unter der Ohrmarke tatsächlich leidet.

Typischerweise fühlt sich in unserem “Verordnungsstaat” niemand so richtig zuständig für Vorgänge, die sich nicht in Verordnungen pressen lassen.

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